Rathaus Korbach: Beispiel für ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft

Eine hessische Kreisstadt als Leitbild des Urban Minings

Eine zunehmende Knappheit natürlicher Rohstoffe sowie eine immense Umweltbelastung durch die Gewinnung von Primärrohstoffen und durch Bau- und Abbruchabfälle – Diese Aspekte stellen die Ökobilanz der Bauwirtschaft in Frage. Wie sich jedoch auch beim Bauen Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit aufgreifen lassen, zeigt das Modellprojekt Rathaus Korbach.

Vom Abfallprodukt zum Sekundärrohstoff – Zeitgemäße und zukunftswirksame Bauvorhaben müssen zunehmend eine innovative, nachhaltige und effiziente Projektplanung und -realisierung berücksichtigen. Mit dem neuen Rathaus-Anbau der Hansestadt Korbach sollen diese Aspekte anhand des sogenannten Urban Minings realisiert werden. Das durch das Land Hessen geförderte Kreislaufkonzept besticht vor allem durch die Rückgewinnung von Werkstoffen aus dem Recyclingprozess mineralischer Abbruchabfälle. So werden beispielsweise rezyklierte Gesteinskörnungen aus dem Bestand als ressourcenschonende Sekundärrohstoffe beim Neubau des Rathaus-Anbaus an der selben Stelle eingesetzt und damit sowohl zusätzliche Materialbeschaffung, als auch eine zusätzliche Abfallproduktion verhindert. Neben den ökologischen Potenzialen verwies Architektin Anja Rosen, Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH, in ihrem Vortrag auf der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff auch auf die ökonomischen Vorzüge einer solchen Sekundärrohstoffwirtschaft.

Im Rahmen ihres Vortages „Urban Mining: Der innovative Neubau des Rathauses Korbach“ führte Anja Rosen anhand eines konkreten Bauprojektes detailliert auf, wie sich das Urban-Mining-Konzept im Sinne einer nachhaltigen Bauwirtschaft in der Praxis realisieren lässt. Foto: Brüninghoff
Rathaus Korbach: Das Kreislaufkonzept besticht vor allem durch die Rückgewinnung von Werkstoffen aus dem Abbruch des bestehenden Rathausanbaus. Geplant wurde das Bauprojekt von der ARGE agn-heimspielarchitekten. Visualisierung: ARGE agn-heimspielarchitekten
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